Hoffnung – Auf ein gutes 2021

Hoffnung – Auf ein gutes 2021

Und wieder ist ein Jahr vergangen. Ein Jahr, das für viele Menschen ein Jahr zum vergessen ist. Ein Jahr, in welchem die Menschheit durchgerüttelt wurde wie kaum zuvor. Ein Jahr, indem es vor allem ein Thema gab – COVID 19 (und das im Jahr 2020).

Viele Menschen sind müde, denn das Jahr war anstrengend. Und irgendwie ist kein Ende in Sicht. Oder doch? Ist da etwa ein kleiner Hoffnungsschimmer am Ende des Weges zu sehen? Das Sprichwort “Die Hoffnung stirbt zuletzt” drückt aus, dass egal, wie schlecht die Lage ist, man bis zum Ende zuversichtlich bleibt, dass sich die Lage bessern wird.

Daher ist Hoffnung etwas Wichtiges in unserem Leben. Sie gibt uns Kraft und Stärke, gewisse Stürme zu überleben.

Ich finde aber auch, dass Hoffnung die Sicht trüben kann. Und es gibt einen grossen Unterschied zwischen Hoffnung und Naivität. Gerade in Beziehungen keimt immer wieder “Hoffnung” auf. Hoffnung, dass “es” besser wird oder dass “er” sich ändern wird.

Auch ich habe mich lange Jahre an die Hoffnung geklammert. Vor allem damals mit meinem Ex-Mann (ja, ich bin zum zweiten Mal verheiratet). Ich hatte lange Jahre die Hoffnung, dass er sich ändert. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mir etwas vormache. Dass er sich nicht ändern wollte. Ich mag das Wort “können” nicht so gerne. Denn ich glaube, dass sich jeder Mensch ändern kann, wenn er WILL. Aber das braucht natürlich eine erhebliche Anstrengung. Und das heisst, dass man auch aus seiner Komfortzone kommen muss, wenn man in seinem Leben etwas ändern will. Auf jeden Fall war mein Ex-Mann nicht bereit, etwas in seinem Leben zu ändern. Als ich das realisiert hatte, war es mit meiner Hoffnung vorbei und ich habe mich von ihm getrennt.

Daher glaube ich, dass wenn wir in Beziehungen “hoffen” und das über Jahre, obwohl sich nichts verändert, es mit der eigenen Naivität zu tun hat, der Realität ins Gesicht zu schauen. Wir verdrängen die Wahrheit, da sie in dem Moment zu schmerzhaft scheint. Und lassen unseren Frust lieber am Gegenüber aus, da dieser unsere Hoffnungen nicht erfüllt. Denn auch hier ist es einfacher, dem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben anstatt selber in die Verantwortung zu gehen.

Es gibt viele Menschen, die hoffen, dass die Welt besser wird. Ich habe keine Ahnung, wieso sie das glauben, denn die Realität spricht eine ganz andere Sprache. Auch ich würde wahnsinnig gerne glauben, dass die Welt besser wird. Dass wir weniger Krieg haben. Dass es weniger Armut gäbe. Dass alle Menschen genügend zu Essen hätten und ein Dach über dem Kopf. Aber leider ist das weit weit weg von der Wahrheit.

Nicht der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, einfach mal ins Blaue zu hoffen, ist für mich naiv. Er ändert nichts an den Tatsachen. Man könnte jetzt sagen, dass jemand, der hofft, ein positiv denkender Mensch sei. Mag sein. Aber eben, es kann auch einfach Augenwischerei sein. Die Grenze von Hoffnung zu Naivität ist immer mal wieder verschwommen.

Und trotzdem: Hoffnung ist wichtig. Und hoffen soll man. Denn – Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und auf jeden Fall soll sie nicht im 2021 sterben! Daher hoffe ich, dass es ein gutes, friedvolles, gesundes Jahr werden wird für uns alle (auch wenn ich jetzt, wo ich das schreibe, bereits weiss, dass es nicht für alle so sein wird….).

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht irgendjemandem seine Hoffnung genommen…. In diesem Sinne:

Happy 2021!