Solidarität

Solidarität

Irgendwie sollte man denken, dass Solidarität nicht so schwierig sein kann zu leben. Leider oftmals doch.

Der Mensch fühlt sich manchmal schnell in seinem Denken eingeschränkt. Sei das nun der Massnahmen-Befürworter oder auch Gegner. Alle haben eine Meinung über diesen Virus. Viele haben das Gefühl, die Wahrheit gepachtet zu haben. Sie sehen sich im recht. Mit ihren Argumenten. Die Massnahmen Gegner halten den Befürwortern vor, dass sie Angst verbreiten. Und ich denke mir: Ok. Das kann sein. Ich weiss es nicht. Aber wenn ich mich so dagegen wehre, habe ich dann nicht auch Angst? Angst, dass man mir etwas wegnehmen könnte? Also heisst das, dass sowohl die Befürworter wie auch die Gegner Angst haben? Angst vor dem grossen Unbekannten? Angst schlussendlich, dass die eigene Existenz bedroht sein könnte?

Und leider ist es einfach so. Angst schürt Wut und Aggression. Sonst gäbe es nämlich keine Wut und Aggression. Sie können aus dem Gefühl der Liebe nicht entstehen – u n m ö g l i c h.

Also wäre es nicht an der Zeit, bei sich selbst anzukommen und sich zu fragen: Wovor habe ich Angst? Ist meine Angst reell? Oder habe ich einfach Angst, weil ich nicht weiss, was in Zukunft auf mich zukommt?

Was heisst denn eigentlich Solidarität? Es heisst vereinfacht gesagt: Gegenseitige Hilfe. In einem Sozialstaat wie wir das hoffentlich auch immer noch sind bedeutet es, dass ein Bürger nicht allein für sich selbst verantwortlich ist, sondern auch für die anderen Mitglieder der Gesellschaft. Nur in einer von Solidarität gekennzeichneten Gesellschaft stellt sich auch die Frage nach sozialer Gerechtigkeit.

Angst verhindert viel. Vor allem ein ausgeglichenes Leben. Angst schürt Angst. Als am Anfang der Krise von einer “grossen Welle der Solidarität” geschrieben wurde, wusste ich bereits, dass es nicht lang anhalten würde. Denn Solidarität entsteht aus dem Prinzip der (Nächsten)-Liebe und nicht aus dem Gefühl der Angst. Und da der grösste Teil der Menschheit leider immer noch getrieben ist von Angst (und damit meine ich Probleme, Sorgen, negative Gedanken/Gefühle), ist es schwierig, echte Solidarität zu leben. Denn Solidarität fängt in erster Linie bei sich selbst an. Zuerst schaue ich, dass es mir gut geht. Verbunden mit den Fragen: Wie gehe ich mit dem aktuellen Thema um? Was macht es mit mir? Tue ich alles, um mein Immunsystem zu stärken? Ernährungstechnisch, psychisch und körperlich? Gebe ich mein Bestes, dass diese Krise schnell wieder vorbei geht? Denn nur wenn ich gesund auf allen Ebenen bin, kann ich andere optimal unterstützen.

Und das schliesst unsere Regierung mit ein. Sie tun ihr bestes. Auch sie sind einfach Menschen und machen Fehler und manchmal Fehlentscheide. In einer Gesellschaft, die zusammensteht, versteht man das. Denn man weiss, dass man auch selber nicht fehlerfrei ist. Immer auf den anderen zeigen, hilft einfach wahnsinnig wenig.

Deshalb tue ich mein Bestes und unterstütze die Massnahmen, welche mir auferlegt werden ohne zu murren. Im Wissen, dass wir alle im gleichen Boot sitzen. Dann handle ich solidarisch.