Das Leben ist eine Reise

Das Leben ist eine Reise

Ich habe gerade wieder einen Kontakt zu einem Menschen, der mir früher sehr nahe stand und mich dementsprechend auch gut kennt. Wie haben uns ausgetauscht und sie hat mir mitgeteilt, dass ich eine Reisende sei, sowohl im inneren als auch im äusseren. So habe ich das noch nie gesehen. Die Worte finde ich total auf mich zutreffend.

Erst durch die Worte dieser früheren Freundin ist mir dies nochmals so richtig bewusst geworden. Mein Leben steht nie still. Ich bin immer in der Vorwärtsbewegung. Dadurch habe ich mir eine grosse Flexibilität angeeignet.

Denn – schon wieder steht ein neues Grossprojekt an. Nach über 10 Jahren in der Schweiz werden wir wiederum durch eine Firma in die weite Welt geschickt. Im 2009 durften wir für 2.5 Jahre nach Brasilien gehen. Jetzt geht es auf einen anderen Kontinent, nach Asien. Wir werden im Dezember dieses Jahres nach Singapur umziehen. Geschäftlich, durch die neue Firma meines Mannes. Ich hänge mich einmal mehr an und surfe auf der Abenteuerwelle mit. Ich habe das grosse Glück einen Mann neben mir zu haben, der genauso neugierig auf die Welt ist wie ich. Und mit der Welt meine ich nicht nur die äussere sondern auch die innere. Wir beide haben das Bedürfnis, immer mehr von uns selbst zu entdecken. Wir haben immer viele Gespräche über das Leben. Und genauso gerne reisen wir in der äusseren Welt. Manchmal auch nur in unseren Vorstellungen. Gerade morgen wollten wir für zwei Wochen auf die Seychellen. Aber durch das wieder Aufflammen der COVID-Tätigkeit in unserem Land haben wir uns kurzfristig entschieden, hier zu bleiben. Ohne grosses Bedauern und im Wissen, dass wir ja bald eine grosse Reise vor uns haben. Daher stellen wir uns in den nächsten beiden Wochen die Wärme einfach vor…

Bis zur Abreise nach Singapur sind es noch knapp sieben Wochen. Es gibt also noch viel zu tun bis dass wir gehen. Dinge entsorgen, verkaufen, verschenken. Organisieren und planen. Und uns dann natürlich auch von lieb gewonnenen Menschen verabschieden. Aber auch das sehe ich entspannt. Menschen, denen wir wichtig und die uns wichtig sind, werden uns immer begleiten. Denn räumliche Distanz hat nichts mit gefühlter Nähe zu tun. Wenn man wie ich eine Reisende ist, dann darf man nicht festhalten. Es geht eigentlich immer darum, loszulassen. Im Hier und Jetzt zu leben. Das Vergangene nicht zu bedauern und sich auf das Kommende freuen. Im Wissen, dass alles so kommt, wie es kommen muss. Das gibt mir grosse Kraft und Ruhe.

Ich werde in Singapur nicht erwerbstätig sein können. Das macht nichts. Denn auf meiner Lebens-Reise gehört das Nichtarbeiten (also nicht Geld verdienen) dazu. Es ist nicht das erste Mal. Ich habe daher hier sukzessive meine Coaching-Tätigkeiten eingestellt. Ich werde mich dort neuen Projekten widmen. Wer weiss, was auf mich zukommen wird? Ich habe keine Ahnung. Aber da ich mit mir reise weiss ich, dass da ganz bestimmt keine Langeweile aufkommen wird. Und falls mir mit mir mal langweilig werden sollte, ist da ja noch mein abenteuerlustiger Mann, der mich mitreis(s)en kann/lässt.

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Nachtrag zu meinem letzten Post “Wenn die Welt Kopf steht”

Nachdem ich meinen Eltern die E-Mail geschickt hatte, hat mich mein Vater angerufen und mir mitgeteilt, dass er sehr gerne mehr Kontakt mit mir möchte und dass es ihm leid täte, dass er sich so wenig um mich gekümmert hätte. Wir waren diese Woche das erste Mal in meinem Leben nur zu zweit Mittagessen. Veränderungen sind also immer möglich, in jedem Alter. Wenn man will.