Corona – Die Realität

Corona – Die Realität

Ein paar Gedanken nun auch von mir. Es hat in mir die letzten Wochen gegärt. Wie und was soll ich schreiben in diesen Zeiten? Ich wusste es einfach nicht. Anstoss hat – wie oft in meinem Leben – meine kluge Schwester gegeben. Es ist eine etwas andere Geschichte geworden aber sie fasst ungefähr meine Gefühle und Gedanken zusammen. Wie immer habe ich auch jetzt versucht, das ganze mit einer Prise Humor zu sehen.

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Was wir uns vor noch nicht so langer Zeit unmöglich vorstellen konnten, ist Wirklichkeit geworden. Der erste Science Fiction Film, indem wir alle weltweit tragende Rollen spielen müssen. Die Zukunft ist die Realität geworden. Das Hier und Jetzt. Auf einmal ist nichts mehr so, wie es mal war. Wird es jemals wieder so sein wie vorher? Wir wissen es schlichtweg nicht. Wir hoffen einfach mal, dass der Film nicht totale Überlänge haben wird. Na gut, er geht ein gaaaanz klein wenig länger als 90 Minuten…. Zudem wurden wir nicht mal gefragt, ob wir im Film mitspielen möchten. Wir wurden einfach ausgesucht. Die meisten von uns immer noch als Statisten (zum Glück), einige haben jedoch sehr dramatische Rollen bekommen – Leider.

Die Wirtschaft ist innerhalb von Wochen auf den 0-Punkt runtergefahren worden. Wir haben keine Ahnung, wie es für viele Menschen weitergehen wird, wirtschaftlich gesehen, nach der Corona-Krise. Und dann hat dieses Virus auch noch denselben Namen wie ein mexikanisches Bier – Hallooooo??? Dürfen wir das jetzt lustig finden?

Und auf einmal finden wir es normal, “getrackt” zu werden, damit wir dem Unheil Herr werden. Es wird nämlich davon gesprochen, über die Handydaten zu eruieren, wer wo wann in der Schweiz steckt und ob alle sich an die neuen Regelungen halten. George Orwell 1984 lässt grüssen. Das Schlimme daran ist, dass es keinen stört, denn wir wollen ja alle, dass Herr oder Frau Virus ganz schnell wieder verschwindet. Da ist uns jedes Mittel recht. Wenn es dann auch die totale Überwachung braucht. Und gleichzeitig hoffen wir, dass danach die Normalität auch hier zurückkommt und wir nicht so enden wie im Film oder wie in Aldus Huxley’s Buch “brave new world”.

Wir prangern “ältere” Menschen (Ü 65) an und vergessen, dass diese zum Teil fitter sind als 30 Jährige. Die dürfen nicht mehr raus – AUF GAR KEINEN FALL. Sie könnten uns Junge ja nur schon beim Vorbeispazieren anstecken!!! Und übrigens: Es ist im Fall nicht verboten, während des Einkaufens im Coop/Migros/Denner/Aldi/Lidl zu lächeln. Man steckt keinen an, wenn man die Mundwinkel nach oben zieht. Auch das ist bereits Solidarität. Dort fängt sie an. Die Menschlichkeit. Auch im Kleinen. Dran denken!

Und die Natur, der Bösewicht, der alles zum laufen gebracht hat – was tut die? Na, die geniesst die Ruhe und erholt sich. Es werden wieder Fische gesichtet in plötzlich klarem Wasser, Vögel haben endlich ihren Luftraum wieder zurück und auch sonst ist die Natur auf Frühling und Wachstum getrimmt. Während wir drinnen die Gemeinsamkeit leben dürfen, geniesst die Natur draussen bei herrlichstem Sonnenschein ihr Reich, ganz ungeniert.

Also, lassen wir uns nicht verrückt machen. Geniessen wir den Moment. Denn was morgen sein wird, wissen wir nicht. Das wussten wir nie. Aber ab heute müssen wir anfangen, im Hier und Jetzt zu leben, wenn wir uns nicht komplett verrückt machen lassen wollen. Es ist eine Lektion fürs Leben. Glücklich sind diejenigen, die diese Lektion bereits verstanden haben. Für den Rest wird es richtig hart werden. Aber man kann es lernen. Das ist das Schöne am Leben. Lernen können wir in jedem Moment.